Die Natur und die Stadt

Die Natur und die Stadt

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00:00:03: Hallo, das ist Claudia Aklin.

00:00:04: Das ist der Podcast Natur und Stadt.

00:00:14: Liebe Evas freut mich sehr dass du heute da bist Eva Stengel.

00:00:19: Du bist eine Kommunikatorin Eine Illiziantin von Kampagnen könnte man eigentlich sagen Und du bist sozusagen unmittelbar für mich verknüpft mit dem Thema Bildnis und darüber werden wir jetzt gleich ein wenig im Detail sprechen.

00:00:35: Aber ich möchte dir zuerst eine Frage stellen, die noch ein wenig verknüpft ist mit der letzten Episode, die sich um das Thema heimische Pflanzen in der Stadt getreten hat.

00:00:46: Hast du das Gefühl dass mehr Bildnis in der Städte eigentlich etwas zum Naturschutz im weitesten Sinne beiträgt?

00:00:58: Also erstmal ganz herzlichen Dank Claudia, dass ich heute hier sein darf.

00:01:03: und um gleich auf deine Frage einzugehen Ja, absolut.

00:01:09: Also ich denke heimische Pflanzen sind ein ganz elementar wichtiger Beitrag die naturnachhaltig zu schützen.

00:01:19: Ganz einfach weil sie mit den Gegebenheiten vor Ort seit tausenden von Jahren unterwidrigsten und sich stets verändernden Bedingungen am besten zurechtgekommen sind sonst gäbe es ja heute nicht mehr.

00:01:36: Und ganz einfach, weil im Gefüge der Natur eines vom anderen abhängt.

00:01:42: Also wenn man bestimmte Insekten betrachtet dann sind die wiederum von ganz bestimmten Pflanzen zu hundert Prozent abhängig.

00:01:52: Du kennst ja dieses Schlüssel-Lochprinzip Und insofern denke ich, dass wir auf diese Pflanzen überhaupt gar nicht verzichten können und auch ganz stark darauf achten sollten das wir Veränderungen wirklich nicht künstlicher beiführen.

00:02:13: Das ist ein toller Übergang zu deinem Buch.

00:02:16: also du hast eben letztendlich auch einen Buch geschrieben zusammen mit einem Kollegen Michael Altmoos heißt er her?

00:02:26: Ökologe und Naturschützer.

00:02:29: Und ist tatsächlich ein Wildnis-Experte, er lebt in Rheinland-Pfalz und hat dort ein eigenes Naturkundemuseum in einem aufgelassenen Steinbruch aufgebaut.

00:02:43: Der Wald der zu diesem Steinbrug gehört, das sind insgesamt fünf Hektar, ist komplette Wildnis also ohne jeglichen menschlichen Eingriff sich dort selbst überlassen.

00:02:57: Und er ist insofern ein Rewilding-Experte und der richtige Partner für dieses Buchprojekt gewesen.

00:03:05: Willst du es ganz kurz ins Bild halten?

00:03:07: Weil das Schöne an diesem Buch ist, dass es nämlich im Untertitel heißt aus einem Minibildnis für alle was Natur kann wenn wir sie machen lassen, also eigentlich das was du vorhin schon gesagt hast.

00:03:20: Wenn man sie in Ruhe lässt dann weiß die Natur eigentlich schon sich einzurichten an den Orten die sie liebt.

00:03:27: und

00:03:27: dieses Buch ist vor kurzem herausgekommen.

00:03:31: Wollen wir zuerst mal für ein wenig vielleicht in die Tiefe gehen?

00:03:33: Was habt ihr mit diesem Buch eigentlich vor gehabt und was steht da drin?

00:03:39: Also die Idee zu diesem Buch entstehen tatsächlich vor dreieinhalb Jahren als ich diese Kampagne Mini Wildnis ins Leben rief.

00:03:50: Vielleicht ganz kurz, wie kam es zu dieser Kampagne?

00:03:52: Weil das gehört und drin war zum Buch.

00:03:55: also ich stand tatsächlich an einem Biberweier der entsprechend wild und unordentlich aussah und habe dort beobachten können wie eben Libellen zahllose Schmetterlinge da rumflogen, wieder Vögel sangen und hab gedacht wow dieser Biber der schafft dort einen Naturraum kostenlos einfach so.

00:04:18: Und das Leben kommt zurück in seine ganzen Fülle.

00:04:22: und dann kam eine Spaziergängerin vorbei und rief mir zu um Himmels Willen wie sieht's denn hier aus?

00:04:28: Das ist ja ganz schrecklich!

00:04:29: Und er dachte ich also da muss irgendwie hapert es auch an der Aufklärung der Zusammenhänge.

00:04:38: Und im Zuge dieser Kampagne dachte ich dann, man könnte das doch tatsächlich mit einem Buchprojekt verbinden.

00:04:46: und es gibt ja tatsächlich diesen Trend Rewilding, es gibt ja auch das Bestreben der EU.

00:04:53: Dreizig Prozent der Landfläche wieder der Natur zurückzugeben.

00:04:59: und ich dachte mir eben an diesem Beiberweier, dass Ganze muss auch im Kleinen funktionieren oder kann auch im kleinen funktionieren.

00:05:06: Es müssen nicht die ganz großen Flächen sein also angefangen von der tatsächlich etwas größeren Biberwiese bis zum heimischen Garten oder der kommunalen Fläche.

00:05:18: Und dann dachte ich, warum nicht ein Buchprojekt in dem zum einen eben Aufklärung betrieben wird aber auch Projekte vorgestellt werden?

00:05:28: Möglichst Deutschland Österreich Schweiz die genau dieses Konzept verfolgen und umsetzen.

00:05:37: Und dann fand ich eben Herrn Dr.

00:05:40: Altmos, der bereit war dieses Buch gemeinsam mit mir zu schreiben.

00:05:45: Er hat eben auch den wissenschaftlichen Hintergrund und so ist es in dreieinhalb Jahren.

00:05:50: Dann haben wir den Verlag Eugen Ulmer gefunden, der bereit war dieses Projekt mit uns umzusetzen und wir haben neunzehn Projekte finden können.

00:06:01: Also angefangen von Filmer Jan Haft, der seine wilde Weide in Bayern vorstellt über Professor Berthold mit seinem Biotok verbunden am Bodensee bis hin zu Privatgärten also zum Beispiel der Autorin Barbel Oftringen oder der Autoren Sigrid Tins die dieses Wildniskonzept ganz konkret auch auf kleinsten Flächen umsetzen

00:06:30: heißt Da gäbe es auch ein Beispiel zu einer Mini-Weltnis in der Stadt drin, in einer Stadtsmitz.

00:06:40: Absolut!

00:06:41: Also ganz konkret gibt's tatsächlich einen Projekt aus der Stadt Zürich sogar zwei die darin vorgestellt werden.

00:06:51: das ist einmal das Tiny Forest Project von Beatrice Häsler.

00:06:58: Auf kleinster Fläche gibt es dieses japanische Prinzip, dass man auf kleinsten Flächen einen Wald schaffen kann der sich dann selbst überlassen wird und ganz erstaunliche Fähigkeiten hat das Mikroklima positiv zu beeinflussen.

00:07:16: Und dann gibt's dieses Projekt der Asphaltknackerinnen die eben belegen, dass sie sehr wohl durch Rückbau auch wieder kleine, wilde Flächen schaffen kann.

00:07:32: Da zeigt die Natur ihre Riesenresilienz, die sich vorher dort befindliche Asphaltflächen regenerieren kann.

00:07:45: Ich sehe wahnsinnig tolle Meldungen und wenn ich sie irgendwo finde, selbst Dinge entdecke dann bin ich immer ganz glücklich.

00:07:53: Darum möchte ich eine ganz kleine Geschichte erzählen aus Basel.

00:07:56: da hat der Verein Regio Flora bei der Basel die gehen und kartieren die Flora Und die haben einen sensationellen Fund gemacht letztendlich.

00:08:11: Die haben den sogenannten Wasserehrenpreis in der Nähe, also in Arlesheim ich glaube in der nähe eines Gewässers gefunden und dann hat man hundertzweiundzwanzig Jahre nicht mehr gesehen in der Region.

00:08:26: das heißt wie kam da wieder?

00:08:29: Die Bedingungen waren offenbar richtig oder es hat vielleicht genug geregnet?

00:08:34: Ich weiß es persönlich nicht Aber dieses kleine Beispiel zeigt die ungeheue Resilientinatur ist und sie das macht, ohne uns zu fragen.

00:08:43: Und dann hat man plötzlich dieses ganz hübsche kleine Blümchen wieder.

00:08:48: Ganz genau!

00:08:50: Also es gibt die Flugsamen, es gibt Vögel für Verbreitungssorten Es gibt die Samen in der Erde ruhen über tatsächlich wie du sagst manchmal... Dutzende hunderte von Jahren.

00:09:02: und ich habe vor kurzem ein Podcast gehört, von dem bekannten Insektenfascher Thomas Hören.

00:09:08: Der Käfer beschrieb die wirklich als ausgestorben Galten und irgendwo in Norddeutschland vorkamen und jetzt urblösslich in einem Industriegebiet in Bayern wiedergefunden wurden.

00:09:21: also ein Exemplar und kein Mensch weiß wie es da hin kam aber es war da und hat auch dort sich wieder wohl gefühlt.

00:09:29: Also das ist im Übrigen die vielleicht zentrale Botschaft auch unseres Buches, dass die Natur vor allen Dingen eins braucht und zwar Platz.

00:09:41: Und es ist leider etwas was wir momentan fleißig dabei sind zu beseitigen.

00:09:50: also die Versiegelung schreitet in einem unglaublichen Maße voran Auf Schritt und Tritt und überall, sei es jetzt Balkon, Terrasse, Kommunaler Rasen wo auch immer zu sagen okay an den Stellen nehmen wir uns zurück und lassen die Natur mal wieder machen.

00:10:14: Jetzt hast du ja vor deinem Projekt die Kampagne Mini-Wild ist schon beschrieben und Du hast auch schon erzählt diese Anekdote von dieser Frau, die sagte uuh wie schrecklich sie den Biberteich gesehen hat.

00:10:29: Wie bist du vorgegangen mit dieser Kampagne?

00:10:32: An wen hast du dich gerichtet, was wolltest du erreichen?

00:10:36: und hast du nicht hundertfach immer wieder gehört.

00:10:38: Oh nein das wollen wir nicht!

00:10:42: Also tatsächlich bot man damit eine Reißzwecke die dicksten Bretter.

00:10:48: es ist tatsächlich so.

00:10:50: also man muss natürlich lang zurückgehen.

00:10:54: Wir sind ja erzogene, zivilisierte Menschen und wenn ich sage Erzogen dann meine ich damit auch die Sichtweise auf Naturflächen.

00:11:06: Und hinzu kommt dass wir seit nicht mehr Jäger und Semmler sind auch ständig die Wildnis zurück drängen mussten bekämpfen mussten.

00:11:19: Also das ist uns ja sozusagen fast schon in den Genen dieser Eindruck, wir müssen schauen dass es nicht überhand nimmt.

00:11:27: Dass es uns nicht unter sich begrebt.

00:11:30: tatsächlich und das ist mal die Ausgangslage und ich habe mir eben gedacht wie lässt sich die Brücke bauen zwischen der Sichtweise und dem tatsächlichen Geschehen, also der Tatsache hat das eben unsere Mitlebewesen um uns herum wirklich um Hilfe schreien tatsächlich.

00:11:55: Und ich habe eine Freundin die hat eine Architur in München mit der saß sich zusammen und wir haben gemeinsam dann diese Idee entwickelt die Sichtweise der Tiere einzunehmen.

00:12:10: Also eben nicht nur zu sagen, oh dieser Schmetterling ist bedroht und wir müssen darauf achten dass die Fläche entsprechend behandelt wird sondern wir lassen die Tiere ganz bewusst sprechen.

00:12:26: Und das noch dazu mit einem Augenzwinkern also mit einem Quäntchenhumor.

00:12:32: und das ist denke ich auch ein ganz wichtiges oder wirksames Mittel Menschen zu erreichen.

00:12:41: Kannst

00:12:42: du ein Beispiel sagen?

00:12:46: Wir haben zum Beispiel einen Schild mit einem Regenwurm und der sagt, für euch ist es Wild hier aber für mich ist das mein Fitnessstudio.

00:12:55: oder es gibt das Schild des Heuhüpfers, der sagt ja bisschen Wild hier, aber das ist meine Hüpfburg.

00:13:11: oft auch so menschliche Bilder verwenden oder der Nachtschmetterling, der sagt ich will's wild.

00:13:21: Ich bin ein

00:13:22: Nachtschwärmer.".

00:13:23: Das hat ja eine doppelte Bedeutung und so gibt es also dreientreißig Motive unterschiedlichster Tierarten und wir haben auch ganz bewusst nicht nur die Lieblinge, also nicht nur den reizenden Igelchen und Vögelchen sondern Spinnen und Schmeißfliegen.

00:13:43: Und wie gesagt, Regenwürmer genommen weil die ebenso mindestens genauso wichtige Botschaft ist nicht nur dass wir das die Natur mehr Platz braucht sondern dass sie vor allen Dingen verstanden werden will in ihrem gesamten Gefüge also dass wirklich das eine des andere bedingt und das eine vom anderen anderen unbedingt abhängig ist.

00:14:13: Was mir eben aufgefallen ist bei den einigen Deiner Beispiele, dass sie auch in Anführungszeichen territoriale Ansprüche haben.

00:14:20: Das ist meine Hüpfburg!

00:14:22: Ich übertreibe das jetzt ein wenig aber es ist eigentlich auch eine Ausdruck dafür wir wollen Lebensräume und das sind unsere Lebensräe genauso wie eure sind auch unsere und das ist implizit so eine wichtige Botschaft glaube ich

00:14:38: Claudia, da hast du absolut recht.

00:14:40: Also es hat sich ja so auch im menschlichen Denken so verfestigt Wir zuerst sind die Krone der Schöpfung.

00:14:49: wir dürfen mit dem Terror also das ist mein Garten und hier mache ich was Ich will ja vielleicht von Gesetze sehr.

00:15:00: aber wenn man mal genau betrachtet Wem gehört der Garten?

00:15:05: Er gehört tatsächlich genauso den Armeisen, den Käfern, den Vögel die drüberfliegen.

00:15:15: Die Mäuse die Dortnisten mögen.

00:15:19: Wer bestimmt dass sie nicht genau denselben Anspruch haben zum Mal man ja immer wieder sagen muss ohne all diese Ich verwende immer ganz bewusst das Wort Mitlebewesen.

00:15:35: Hätten wir ja überhaupt keine Chance, selber zu überleben?

00:15:39: Wir sind ja zu einhundert Prozent auf deren Leistung unermüdlichen Leistungen angewiesen.

00:15:49: Ja genau!

00:15:49: Also es gibt hier kein sauberes Wasser was Mordens aus der Leitung käme Es gibt keinen Brot auf dem Teller Es gibt kein Gleidungsstück Es geht nichts ohne die Leistung all derer, die um uns herum unermüdlich tätig sind?

00:16:08: Also genau.

00:16:09: Wir haben ja bei uns eine Biodiversitätsinitiative gehabt vor rund zwei, drei Jahren und sie ist leider nicht akzeptiert worden vom Volk.

00:16:19: aber man hat dann lange darüber diskutiert was eigentlich ein gutes Wort anstatt Biodiverzität weil das klingt ein wenig abstrakt Nicht einfach den Dreh rausgehabt am Schluss, aber der Begriff des Lebensnetzes hat mir immer besonders gut gefallen.

00:16:37: Weil ein Netz ist auch etwas was uns heiligt oder wir sind vernetzt, aber es ist auf einen Netz in dem man sich, dass man sich eigentlich fallen lassen kann.

00:16:48: und ich habe auch etwas ganz Ähnliches... vor kurzem gelesen, dass man sehr oft sogar vergisst in dieser Hierarchie die du eben beschrieben hast so Tiermensch Gott.

00:16:58: Irgendwie oft vergisst das es dann auch noch die sogenannte unbelebte Natur gibt wie das Gestein aber dann auch v.a.

00:17:06: gibt Pflanzen und dass sich Pflanzen eigentlich eine Grundlage für alles.

00:17:12: ohne sie gäbe es nicht mal eine Atmosphäre auf dieser Welt Und damit Luft, die wir atmen können.

00:17:19: Also es ist ganz verrückt diese Hierarchisierung sein seltsames Bild und was ich einmal ganz früh mal gelernt habe von einem Interviewpartner ist das er gesagt hat.

00:17:28: Weißt du wenn man einen Garten hat dann kann man den nicht einfach... beliebig umordnen.

00:17:34: Der ist auf eine bespezifische Art, ist der aufgestellt.

00:17:38: Du kannst unter einer großen Buche nicht Rosen züchten das geht einfach nicht.

00:17:43: die brauchen wir erlicht und du musst eigentlich schauen was da Lebensraum in Anführungszeichen her gibt.

00:17:49: Und diese Idee wie sein die Schöpfer und die Krone der Schöpfung lässt uns annehmen Wir könnten den Wundergarten generieren und wenn es nicht klappt liegt's am Garten.

00:18:02: Claudia, meine Erkenntnis.

00:18:04: Seit ich mich wirklich so intensiv mit diesen Themen beschäftige ist auch die, dass es eigentlich nicht richtig ist davon zu sprechen, die Natur zu schützen.

00:18:17: Wir sind Teil der Natur und wir schützen letztendlich uns selber!

00:18:24: Wir schützen unsere Kinder, wir schützen unsere Enkel.

00:18:32: glaubliche Lebensqualität, die wir erreicht haben.

00:18:38: Dass wir sie doch nach Möglichkeit in irgendeiner Form erhalten.

00:18:42: und wenn ich sage Lebensqualität dann meine ich jetzt nicht Konsumgüter sondern dann meine Ich tatsächlich diesen diesen Garten Eden der uns da noch zu Füßen liegt.

00:18:55: ja Und ich denke der zeigt sich eben gerade in den winzigen Organismen und Tieren und Pflanzen, die uns überall umgeben.

00:19:08: Man muss nur genau hinschauen.

00:19:10: Und dann ist das wie so ein Tür zu einer Wunderwelt, die sich auftut – dahinter noch tausend mehr Türen!

00:19:20: Ich bedauert nur eines, dass ich tatsächlich nicht früher auf die Idee kam als Jugendliche Biologie zu studieren, weil heute ärgere ich mich so, nie mehr in diesem Leben verstehen werde, ganz einfach weil mir die Zeit nicht dazu ausreicht.

00:19:38: Wie

00:19:38: trotzdem?

00:19:39: Du bist ja mit deiner Aufgabe sehr präzise!

00:19:43: Du hast eigentlich eine wichtige Rolle und du bist Kommunikatorin Marketing-Spezialistin, wie ich das richtig in Erinnerung habe.

00:19:52: Das heißt, du hast dieses Skillset, das sonst in Anflugzeichen für die Konsumwelt vielleicht eher bestimmt gewesen wäre.

00:20:00: Hast Du jetzt einfach anders umgeleitet?

00:20:03: Wie bist Du zu dem geworden was Du jetzt bist?

00:20:07: Also das reicht ganz weit zurück in meine Kindheit tatsächlich!

00:20:11: Ich bin aufgewachsen im Nordschwarzwald.

00:20:13: Meine Eltern waren unglaubliche Natur und Tierfreunde Und ich hatte das große Glück, in einem großen wilden Garten aufwachsen zu dürfen.

00:20:24: Auch sehr beaufsichtigt!

00:20:27: Also ich sehe mich noch als Kind an einem kleinen Teich, den mein Vater da angelegt hat.

00:20:33: Er war Landtierarzt sitzen und den Kröten beim Leichen und beim Paaren zuzuschauen.

00:20:42: Und wirklich dieser Teich hat gekocht vor diesen Tieren, die da immer im Vorzeitigen früher angewandert kamen.

00:20:53: Und das war unglaublich faszinierend!

00:20:56: Oder wir hatten so eine Zisterne in der sich Blutegel aufhielten und allein diese Blutegel zu beobachten... Ja, das war für mich wirklich hochinteressant und ganz spannend.

00:21:10: Mein Vater hat mir sehr viel erklärt natürlich Also diese Liebe zur Natur, die war schon ganz früh angelegt.

00:21:21: Und dann kam eben im weiteren Verlauf meines Lebens noch eine große Liebe zum Reisen und zu fremden Ländern usw.

00:21:34: hinzu.

00:21:37: Auch das Interesse an Design- und Kommunikation – das war auch sehr stark ausgeprägt.

00:21:44: Und dann hat es mich irgendwie in diesem Bereich Sprachen, Kommunikation verschlagen und beruflich habe ich meine Heimat gefunden bei großen Firmen.

00:21:59: Das hat auch absolut Spaß und Freude gemacht.

00:22:03: dieses Thema Psychologie was er da mit rein spielt also wie kann ich Botschaften beim Menschen platzieren Widerstände überwinden, finde ich extrem spannend.

00:22:15: Und jetzt in fortgeschrittenem Alter finde ich sozusagen zurück zu meinen Wurzeln und kann das eine mit dem anderen wieder wunderbar verknüpfen.

00:22:28: Natürlich kommt auch die Dringlichkeit hinzu weil diese Bilder, die ich noch aus meiner Kindheit eben gekannt habe kochten, wie gesagt oder diese zahllosen Schmetterlinge.

00:22:44: Die gibt es halt leider nicht mehr und da gibt's ja in der Kommunikation diesen Begriff schifting baselines.

00:22:54: also das kennst du ja dieses Diese Tatsache dass Menschen die Dinge einfach nicht mehr sehen nicht mehr wahrnehmen sie dann auch vergessen Und des jetzige und des momentane für selbstverständlich halten.

00:23:11: Und ich habe eben tatsächlich noch Zeiten erlebt, wo der Sommer Himmel bedeckt war von starren Schwärmen.

00:23:20: Wo zahllose Mauersegler den Himmel durchkreuzt haben oder schwalten und sonstige Vögel.

00:23:30: Das Bild hat sich leider dramatisch verändert.

00:23:34: Und insofern habe ich den Eindruck, dass es jetzt so die Aufgabe ist, die mir das Schicksal so zugesendet hat meine Fähigkeiten eben da entsprechend einzusetzen.

00:23:50: Also ich glaube weißt du wenn du vorhin gesagt hast du hättest vielleicht doch gerne Biologie studiert?

00:23:55: Das hätte dir auch passieren können, dass du dich spezialisierst und dann plötzlich vielleicht nur noch eine Art beobachtet hättet.

00:24:04: Und jetzt mit deiner Bereite hast du für so eine Brückenbauerin und ich glaube,

00:24:10: das bin ich hoffentlich

00:24:11: auch ein klein wenig wie meinem Podcast.

00:24:13: Ich glaube dass wir auch eine Rolle haben, eine wichtige Rolle.

00:24:17: Ich sage es nochmals kurz im Naturschutz aber man kann auch sagen in der ganzen Klimaanpassung, in der Überlegung die wir unsere Städte wohnlicher und gesünder uns er weiter gestalten und in der ganzen Biodiversitätsförderung.

00:24:31: Also wir haben glaube ich schon eine Rolle, und ich merke schon was in den letzten Jahren sich ein klein wenig etwas begonnen hat zu verschieben vielleicht nur bei einer gewissen Bevölkerungsgruppe.

00:24:43: das kann nicht beurteilen aber ich sehe zum Beispiel habe heute Morgen eine kleine Statistik gesehen dass es wirklich Leute gibt eine größere Gruppe von Leuten gibt die sagt sie hätten gerne mehr Natur um ihre Wohnung rum.

00:24:57: Das heißt, es ist nicht einfach unsere Fantasie.

00:25:01: Aber wir müssen vielleicht noch weitere durchaus politische Verfahren finden um diese Bedürfnisse einzubringen.

00:25:17: Also ich denke du hast eine wichtige Rolle das will ich dir sagen.

00:25:22: Vielen Dank.

00:25:22: Ich glaube ja und ich denke Du hast einen ganz wichtigen ein ganz wichtiges Thema angeschnitten, dieses Thema Bedürfnis nach Naturerlebnis.

00:25:33: Und es gibt ja tatsächlich Studien zum Beispiel mit Kindern da gab's jetzt vor kurzem eine aus Dänemark die belegen das Kinder die in Grünen und ich meine damit nicht in Monotoniegrün sondern wirklich wild im Grün aufwachsen dürfen deren Chance an psychischen Erkrankungen zu leiden, um fifty-fünfzig Prozent geringer ausfallen als bei Kindern die eben in Betonwüsten aufwachsen.

00:26:06: Und allein schon solche wirklich wissenschaftlichen Fakten belegen ja das was man oft auch so unterbewusst wahrnimmt.

00:26:15: ich meine welcher Mensch macht?

00:26:17: Das ist immer so.

00:26:17: mein Mein Gedanke Welcher Mensch Macht Urlaub im Gewerbegebiet?

00:26:23: Die Menschen fahren doch an Orte, wo es grün-wildbund ist.

00:26:30: Wo das Meer tobt und die Berge rufen.

00:26:34: Sie fahren doch nicht in Urlaub um dann in einer asphaltierten Fläche ihre Liegen aufzustellen und auf graue Häuser zu gucken.

00:26:44: Ganz bestimmt nicht!

00:26:45: Also dieser Wunsch nach Erholung ist immer untrennbar mit dem Wunsch nach... Natur erleben verbunden.

00:26:57: Also wir dürfen davon ausgehen, dass es das Bedürfnis gibt.

00:27:02: Das ist noch die Frage wie wird das eigentlich auch wahrgenommen in der Politik und so weiter?

00:27:09: Aber das ist ein wenig ein anderes Thema.

00:27:11: aber was mich jetzt vielleicht in Bezug auf deine Arbeit interessiert du hast ja auch mit Behörden gearbeitet Du gehst ja eigentlich auch wie du vorhin gesagt hast zum Stadtbaumeister usw.

00:27:23: eigentlich auch interessiert daran vielleicht an den Rahmenbedingungen ein wenig etwas zu machen oder zumindest das Bewusstsein zu schaffen, dass man sich die Dinge heute ein wenig anders überlegen muss.

00:27:36: Wie erlebst du diese Arbeit mit Behörden?

00:27:43: Also Behörde ist vielleicht hochgegriffen also es geht oft um die kommunalen Ansprechpartner.

00:27:52: Da muss man sagen, da gibt es gewaltige Unterschiede tatsächlich.

00:27:57: Also auch da stelle ich fest, es gibt einfach Menschen die in sich so biofiel sind.

00:28:06: Gibt's ja diesen Ausdruck?

00:28:08: Die also von sich aus... Wo es bei mir nur ein kleiner Stubb so braucht und die sagen ohja!

00:28:15: Und lass uns anfangen und lass uns was machen.

00:28:18: Und dann gibt es eben Menschen, sehr sich verpflichtet fühlen, nach exakten Regeln zu arbeiten und die vielleicht auch überhaupt nicht die Motivation haben genau in dem Bereich irgendwas zu tun.

00:28:38: Dann wird es schwierig.

00:28:39: also letztendlich kann man immer noch was erreichen.

00:28:42: das ist meine Erfahrung wenn man das Glück hat auf Menschen zu treffen, wo man quasi die Tür nur ein bisschen noch weiter aufstoßen muss.

00:28:52: Also eine Tür, die von innen dreifach verriegelt ist.

00:28:56: da ist nichts zu machen und dafür schwende ich dann auch keine Energie.

00:29:01: also dann lasse ich es auch.

00:29:07: Ich denke wir haben über schön sehr viele sehr tolle Dinge gesprochen und könnten so ein wenig zum Ende kommen.

00:29:14: aber ich möchte wie was?

00:29:17: Was ich mir im Moment immer wie mich aufs Selbster und wieder frage, wir sind jetzt ein wenig einige Jahre dabei und machen diese Arbeit.

00:29:25: Aber was sehen wir eigentlich als nächsten Schritt?

00:29:29: Was denken wir oder was denkst du in diesem Fall genauer durch?

00:29:33: Was du als nächstes anpacken möchtest?

00:29:37: Machst Du mit Deiner Kampagne weiter oder hast Du schon ein nächstes Buch im Kopf?

00:29:43: Was hast Du vor?

00:29:45: Also ich habe tatsächlich ein nächstes Buchprojekt im Kopf.

00:29:50: Ich hab's mit Herrn Altmoos auch schon besprochen, ich würde ihn gerne wieder als wissenschaftlichen Beirat und Co-Autor gewinnen.

00:30:00: Und zwar genau.

00:30:01: es geht um die Verfehmten also von A wie die invasive Armeise bis Z zur Zecke Und alles was dazwischen ist, ob es die Nilgans ist.

00:30:18: Die schreckliche oder der fürchterliche Biber, der auch nicht überall beliebt ist.

00:30:26: Es geht um all die Lebewesen, die auch jeder Einzelne unter ihnen eine ganz ganz wichtige Rolle einnehmen, die teilweise deplatiert sind also invasiv Das ist ja auch so ein Schreckenswort.

00:30:43: Die überhand nehmen, meint man vermeintlich.

00:30:48: Und ich finde das ein unglaublich spannendes Thema die von verschiedenen Seiten zu beleuchten also die Hintergründe zu erfahren warum sie in diese Rolle reingerutscht sind und was ihre tatsächliche Aufgabe ist im Lebensnetzwerk und vielleicht dann ein bisschen Verständnis für Sie zu generieren.

00:31:10: Also das buchtprojekt Und was ich mir ganz arg wünsche, ist es gibt ja ganz viele tolle Projekte, tolle Initiativen.

00:31:20: Tolle Menschen die sich einsetzen.

00:31:22: also da wirklich die Liste wird auch tatsächlich immer länger und ich würde mich wirklich wünschen dass diese Menschen sich immer mehr finden zusammenfinden und eine Welle los treten.

00:31:37: Ich denke, nichts ist größer als eine Idee, deren Zeit gekommen ist und wenn nicht jetzt wann dann wirklich erst zu spät ist muss man ja leider Gottes auch mit einer gewissen Dramatik noch hinzufügen.

00:31:53: Ja ich habe einen ähnlichen

00:31:55: Schluss

00:31:56: wie du in diesem Punkt weil Ich habe ja eigentlich sozusagen geschrieben in meinem Buch, die Lösungen sind da oder es wird ja schon gemacht.

00:32:04: Aber jetzt braucht es wie du sagst nach mehr Momentum, es braucht noch mehr Kraft dahinter und das muss für den Flächen weg und passieren.

00:32:12: Also ich möchte am Schluss sehen, wie die Städte in den Bäumen versinken.

00:32:17: also wenn ich ein Luftgeld mache ist eigentlich grün

00:32:21: oder?

00:32:22: Also ich hab so eine Vorstellung wie das aussehen könnte

00:32:25: Absolut Laudia.

00:32:26: Also da wirklich jeder einzelne Quadratmeter zählt, jedes Pflänzle, jedes Tierle was sein darf neben uns und im Gegenteil ich glaube es würde alle so viel glücklicher machen, soviel zufriedener, so viel entspannter wenn sich diese Erkenntnis durchsetzt.

00:32:50: Und deswegen also auf zu fröhlichem Nichtstun auch.

00:32:55: Es muss nicht immer getan werden, sondern einfach auch mal Natur sein lassen

00:33:01: und zuschauen.

00:33:05: Auch das finde ich jetzt sehr schön.

00:33:06: Danke dir vielmals für dieses Gespräch!

00:33:09: Sehr, sehr wertvoll, sehr farbig und ich merke wenn du sprichst dann kommt da soviel.

00:33:15: Das ist eben halt die echte Kommunikatorin in dir.

00:33:19: Ich danke dir viel mal für das Gespräch.

00:33:22: Claudia ganz herzlichen Dank und ganz schöne Grüße nach Basel in meine Wahlheimat Schweiz und bis auf hoffentlich bald.

Über diesen Podcast

Hallo, ich bin Claudia von „Die Natur und die Stadt“.

Dieser Podcast gibt der Natur in der Stadt durch die vielen Menschen, die sich um sie kümmern, eine Stimme. Wenn möglich, gehe ich mit meinen Interviewpartner*innen vor Ort und lasse sowohl begeisterte Hobbyist*innen wie auch Fachleute und Wissenschaftler*innen zu Wort kommen. Ich beleuchte mit ihnen vier zentrale Fragen:

1. Wie geht es der Natur in der Stadt - auf dem Hintergrund von Klimawandel und Schwund der Artenvielfalt?
2. Welche Ökosystemleistungen erbringt die Natur gegenüber der Stadt und ihren Menschen? Wie können etwa Natur-basierte Lösungen für die Folgen des Klimawandels genutzt werden?
3. Wie sieht eine zukunftsfähige Beziehung von Natur, Mensch und Stadt aus?
4. Was ist eine Grüne Stadt oder wie kann sie eine werden?

Ich gebe alle drei Wochen eine Newsletter raus. Schreibe regelmässig auch Blog-Beiträge auf natureandthecity.ch. Auf Social Media folgen: YouTube, Facebook, Instagram und LinkedIn.

Ab 2026 wird Die Natur und die Stadt auch als Videocast auf YouTube erhältlich sein. Bitte beachten: Die meisten Episoden sind auf Schweizerdeutsch!

Finanziert wird der Podcast im Moment durch mich. Die kommende Staffel 4 ab 2026 wird unterstützt durch Swisslos, die Christoph Merian Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, das IWB und meinen Eigenleistungen.

von und mit Claudia Acklin

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