Die Natur und die Stadt

Die Natur und die Stadt

Staffel 4, Episode 4: Naturschutz – mehr heimische Pflanzen für die Stadt. Mit Olivier Magnin, Biologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer von RegioFlora und Felix Werner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von NaturGarten Schweiz. Start: 28.5.2026, (Neu auch im Videoformat!)

In Resonanz 3: Mit dem Biber gegen den Klimawandel

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Hast du dich schon mal gefragt, was Biber gegen den Klimawandel tun können? In den letzten Jahren haben sie sich zu wichtigen Akteuren im Wassermanagement entwickelt, mit letztlich positiven Auswirkungen auf unsere Städte. Ihre natürlichen baulichen Fähigkeiten tragen dazu bei, Wasser zurückzuhalten, und verringern so das Risiko von Überschwemmungen durch Starkregen oder überlaufende Bäche. So gut sind sie, dass man heute ihre „Kernkompetenz“ in Form von künstlichen Biberdämmen kopiert. - Vielleicht auch weil die Populationen in der Schweiz in den letzten Jahren auf fast 5.000 gestiegen ist, erleben wir einen Wandel in der Art und Weise, wie wir diese Tiere sehen. Erstmal werden die Biber im „Konzept Biber Schweiz“, einer Vollzugshilfe des BAFU, als Landschaftsgestalter wert geschätzt, die Lebensräume bauen: Die Arbeit der Biber schafft reichhaltige, dynamische Ökosysteme, die im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend sind. Indem sie Flüsse aufstauen, verlangsamen sie den Wasserfluss, sodass das Wasser in den Boden sickern kann, Grundwasserleiter auffüllt und Kohlenstoff speichert! - Cool, nicht? - Christof Angst ist nicht nur für seine Fachstelle für Biber, er ist auch ein Fan!

Revitalisierung von Gewässer in der Stadt?

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Unsere Flüsse und Bäche wurden über Jahrzehnte begradigt, eingedolt, in Betonkorsette gezwängt. Was einst lebendig war, wurde zum Kanal oder gar zu Kanalisation. Die Folgen spüren wir heute: Überschwemmungen auch in Städten, bei Hitze fehlen die kühlenden Wasseradern. Fische, Vögel, Pflanzen haben ihre Lebensräume eingebüsst – und wir Menschen unsere Erholungsräume am Wasser.
Die Schweiz nennt sich das Wasserschloss Europas. Aber wie gehen wir eigentlich mit dieser wertvollen Ressource um? Und was hätten wir davon, wenn wir unseren Gewässern wieder mehr Raum geben würden – gerade in den Städten, wo der Platz knapp und die Hitze am grössten ist? Und wie kann die Revitalisierung der Gewässer der Landschaften um die Stadt herum zu lebendigen Oekosystemen beitragen? In dieser Folge erfahren von Philipp Schuppli von Apiaster GmbH nicht nur etwas über die Vorteile der Revitalisierung von Gewässern für Mensch und Ökosysteme, sondern auch, was es oft schwierig macht, solche Projekte trotz guter Gründe umzusetzen.

In Resonanz 2: Grünste Stadt der Schweiz

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Winterthur, eine Stadt, die für ihre reiche Industriegeschichte bekannt ist, hat gute Karten für eine biodiverse Stadtentwicklung. Was diese Stadt so speziell macht, erzählt der Leiter Ökologie Michael Wiesner in dieser Episode von "In Resonanz", sind die Flächenverhältnisse: 40% der Fläche Winterthurs sind bewaldet. 25% bestehen aus landwirtschaftlichen Flächen. Nur 34% sind urbanisiert, wobei Gebäude 19% und Straßen 33% ausmachen. Bemerkenswerterweise sind also fast 48% der städtischen Flächen noch nicht versiegelt. Das rasante Bevölkerungswachstum – von 80.000 auf über 120.000 Einwohner – stellt jedoch eine Herausforderung für den Erhalt dieser Lebensräume dar. Dem setzt Wiesner Projekte zur Biodiversitätsförderung entgegen, u.a. die "Pflege" von Grünflächen durch Schafe, die nicht nur „mähen“, sondern auch Artenvielfalt fördern. Ausserdem gibt es eine sehr aktive Naturforschende Gesellschaft dort, die u.a. Citizen Science zur Kartierung der Artenvielfalt betreibt.

Schwammstadt – Was können wir bei Starkregen tun

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In der Schweiz wird pro Sekunde ein Quadratmeter Boden versiegelt. Asphalt, Beton, Pflastersteine – unsere Städte sind zu undurchlässigen Flächen geworden. Wenn dann der Starkregen kommt, hat das Wasser keinen Ort mehr, wohin es fliessen kann. Es schiesst in die Kanalisation, überlastet sie, flutet Strassen und Keller. Und das Wasser, das eigentlich unser Grundwasser speisen könnte, ist verloren.
Jahrzehntelang war das Prinzip: Regenwasser so schnell wie möglich abführen. Doch dieses Denken stösst an Grenzen – gerade jetzt, wo Starkregenereignisse häufiger werden. Ein Paradigmenwechsel ist nötig: weg vom Ableiten, hin zum Aufsaugen. Die Schwammstadt ist das Konzept dahinter. Städte wie Kopenhagen oder Wuhan setzen es bereits um. Was bedeutet das für uns?
Auch in der Schweiz haben sich viele Städte aufgemacht, die Schwammstadt umzusetzen, und gehen dies auf typisch schweizerische Weise unterschiedlich an. Winterthur setzt unter anderem auf die Unterstützung von Privaten.

In Resonanz: Stadtnatur (Zwischenepisode)

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In diesem Gespräch mit Roland Goetschi geht es um die Bedeutung von Natur in der Stadt, auch um jene, die sie für ihn hat, von Biodiversität, Klimawandel und lokale Initiativen. Ich habe gefragt: Was erwartest Du eigentlich von der Natur in Deiner Stadt? Er teilt seine Erfahrungen aus Grenchen, seine Naturgartenarbeit mit seiner Familie und seine politischen Ansätzen für mehr Grünflächen. Als Gemeinderatsmitglied kennt er sich aus mit Initiativen der Stadt wie die Sensibilisierung der BewohnerInnen für Neophythen oder dem Verbot des Neubaus von sogenannten Schottergärten. Über den Garten der Familie sagt er: „Unser Garten ist wie ein Zimmer mehr.“ Und von Grenchen erzählt er, dass „Grenchen. die Industriestadt im Grünen“ nicht immer auf direktestem Weg zu einer grüneren Stadt ist.

Naturbasierte Lösungen – Natur als Retterin in der Not?

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Naturbasierte Lösungen sind in aller Munde. Die EU hat Milliarden in die Forschung gesteckt, Städte weltweit lancieren grosse Baumpflanzaktionen – jüngstes Beispiel Berlin mit seinem ambitionierten Programm. Bäume sollen uns kühlen, Böden das Wasser speichern, Grünflächen die Gesundheit fördern. Die Natur als Multitalent, als Retterin in der Not. - Aber kann sie das wirklich leisten? Oder überfordern wir sie mit unseren Erwartungen – gerade jetzt, wo der Klimawandel schneller voranschreitet als ein Baum wachsen kann? Und was bedeutet es, wenn wir die Natur vor allem danach bewerten, was sie für uns tut? Ist dieser Trend auch in der Schweiz angekommen?
Die zwei ExpertInnen sprechen in dieser Episode vor allem über das Pflanzen von Bäumen, im öffentlichen Raum wie in den Vorgärten der Stadthäuser – und warum das trotz aller berechtigten Zweifel dennoch wichtig ist.

Natur - Stadt - Zukunft

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Wie können Schweizer Städte von internationalen Vorreitern lernen? In dieser Staffel übersetze ich die Expertise aus meinem Sachbuch «Grüne Städte – Wo die Transformation bereits gelingt» in konkrete Impulse für die lokale Umsetzung. Das Buch porträtiert 13 internationale grüne Best-Practice-Beispiele – inklusive Basel. Auf diesem Hintergrund diskutiere ich in dreizehn Video- und Audio-Episoden mit führenden Schweizer Expert:innen über aktuelle Herausforderungen und innovative naturbasierte Lösungsansätze.

Wie gelingt der Wandel zu grünen, widerstandsfähigen, lebenswerten und zukunftsorientierten Städten? Ein besonderer Fokus liegt auf der Region Basel als Extremlabor für nachhaltige Stadtentwicklung: Die Flächenbegrenzung und Dichte zwingen Basel zu Lösungen, die wegweisend sein können. Doch auch andere Schweizer Städte gehen innovative Wege – exemplarische Beispiele aus der ganzen Schweiz finden ihren Platz in den einzelnen Episoden.

Diese Staffel startet mit einer hybriden Buchvernissage plus Quartierrundgang in Basel und kulminiert in einem interaktiven Live-Stream-Event, bei dem sich das Publikum mit Fragen beteiligen kann. Anders als in den bisherigen Staffeln geht es diesmal mehr um Überblick: Wo sind wir schon Spitze – und wo haben wir Nachholbedarf?

Heilende Räume: Stadtnatur und Architektur im Dialog

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Ein kalter, aber trockener Januarnachmittag mit FreundInnen und FachkollegInnen, die mich auf einem Rundgang durch vier Stationen begleiteten. Anlass dafür war die Vernissage meines Buches "Grüne Städte – Wo die Transformation bereits gelingt" statt – nicht in einem Saal, sondern draussen, mitten im grünen Basel.Fast zufällig ergab sich ein roter Faden durch die Stationen, ein gemeinsames Thema: Der Dialog von Stadtnatur und Architektur, einer der immer wieder gelungen ist. Hier die Stationen: Der Kannenfeldpark – Basels grösste Grünanlage, einst Friedhof, heute Klimainstrument und Arboretum mit fast 800 Bäumen aus 190 Arten. Er ist sowohl ein Klimainstrument wie ein sozialer Park für alle. Das Westfeld: Ein Quartier im Wandel auf dem ehemaligen Felix-Platter-Areal, das soziale Resilienz durch neue Wohnformen unterstützt. Die UPK: Die ehemalige "Friedmatt", gegründet 1886 hat auf 14 Hektaren das Konzept umgesetzt: Der Heilraum ist der Park, nicht das Gebäude. Und die REHAB Basel – Der Bau von Herzog & de Meuron (2002) dreht das Prinzip um: Hier wird die Natur ins Gebäude geholt, bis ans Patientenbett. Moderne Care-Architektur, die zeigt, wie Heilung durch Integration funktionieren kann. 

Mehlschwalben: Wenn den Baumeisterinnen der Mörtel ausgeht

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Mehlschwalben sind Frühlingsboten. Jedes Jahr fliegen diese Zugvögel die weite Strecke aus Afrika zurück zu uns – im Fall dieser Episode nach Höngg bei Zürich. Dort findet die grösste Population der Stadt ihre alten Nistplätze vor und bezieht sie unter freudigem Gezwitscher. Früher galten sie als Glücksbringer: Wo Schwalben nisten, ist das Glück zu Hause. Doch die Realität ist ernüchternd: Die Mehlschwalbe steht mittlerweile auf der Roten Liste. In unserer asphaltierten Welt fehlt den Baumeisterinnen der Mörtel für den Nestbau und das Insektensterben entzieht ihnen die Nahrungsgrundlage. Hinzu kommt, dass die Verschmutzung von Fassaden oft zu Konflikten mit HauseigentümerInnen führt. - Diesen Herausforderungen trotzt Verena Steinmann vom Natur- und Vogelschutzverein Höngg (NVV). Seit Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für den Schutz dieser Vögel: Sie berät HauseigentümerInnen, bringt künstliche Nisthilfen an und sorgt mit Kotbrettern für saubere Lösungen. Eine Folge über praktischen Naturschutz mitten im Siedlungsgebiet, die zeigt, wie Mensch und Vogel im Einklang leben können.

Lichtverschmutzung: weniger Licht und gerechter verteilt

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Lichtverschmutzung ist laut BAFU in der Schweiz eine wachsende Herausforderung: Innert nur 25 Jahren haben sich die Lichtemissionen fast verdoppelt. Unsere Städte erhellen die Nacht oft weit über das nötige Mass hinaus – mit fatalen Folgen für die Biodiversität, die Flora und Fauna sowie unsere eigene Gesundheit. In dieser Folge erfahren wir vom Forscher Nitin Bathla (Universität Zürich), warum nächtliche Beleuchtung nicht nur ein technisches oder ökologisches Problem ist, sondern eine zutiefst soziale Dimension hat. Im Forschungsprojekt „Spotlight“ nähert er sich und seine KollegInnen der Nacht aus einer transdisziplinären Perspektive. - Dabei ist Zürich eigentlich eine Pionierin: Mit dem bereits vor über 20 Jahren lancierten Plan Lumière versucht die Stadt, das nächtliche Licht strategisch zu steuern. Das Ziel ist eine Balance zwischen funktionaler Sicherheit, Ästhetik und dem Schutz der Dunkelheit. Ich besuche mit Nitin Bathla zwei markante Un-Orte des postindustriellen Zürichs: den Bahnhof Hardbrücke und den Turbinenplatz. Wir besprechen, warum manche Orte trotz Flutlicht „unbehaglich“ wirken, wie eine gerechtere Beleuchtung der Zukunft aussehen könnte und wir hören ein mutmachendes Beispiel über die Förderung von Leuchtkäfern.

Über diesen Podcast

Hallo, ich bin Claudia von „Die Natur und die Stadt“.

Dieser Podcast gibt der Natur in der Stadt durch die vielen Menschen, die sich um sie kümmern, eine Stimme. Wenn möglich, gehe ich mit meinen Interviewpartner*innen vor Ort und lasse sowohl begeisterte Hobbyist*innen wie auch Fachleute und Wissenschaftler*innen zu Wort kommen. Ich beleuchte mit ihnen vier zentrale Fragen:

1. Wie geht es der Natur in der Stadt - auf dem Hintergrund von Klimawandel und Schwund der Artenvielfalt?
2. Welche Ökosystemleistungen erbringt die Natur gegenüber der Stadt und ihren Menschen? Wie können etwa Natur-basierte Lösungen für die Folgen des Klimawandels genutzt werden?
3. Wie sieht eine zukunftsfähige Beziehung von Natur, Mensch und Stadt aus?
4. Was ist eine Grüne Stadt oder wie kann sie eine werden?

Ich gebe alle drei Wochen eine Newsletter raus. Schreibe regelmässig auch Blog-Beiträge auf natureandthecity.ch. Auf Social Media folgen: YouTube, Facebook, Instagram und LinkedIn.

Ab 2026 wird Die Natur und die Stadt auch als Videocast auf YouTube erhältlich sein. Bitte beachten: Die meisten Episoden sind auf Schweizerdeutsch!

Finanziert wird der Podcast im Moment durch mich. Die kommende Staffel 4 ab 2026 wird unterstützt durch Swisslos, die Christoph Merian Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, das IWB und meinen Eigenleistungen.

von und mit Claudia Acklin

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