Die Natur und die Stadt

Die Natur und die Stadt

Staffel 4, Episode 6: Partizipation mit Hebelwirkung. Mit Lukas Ott, Leiter Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Beni Schwarzenbach, Präsident Verein Stadtgrün in Zürich. Start: 23.7.2026, (Neu auch im Videoformat!)

Aufbruch naturwärts - für die Entsiegelung der Städte und mehr Naturgärten

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Im Gespräch mit dem Landschaftsgärtner Andreas Schild höre ich eine interessante Zahl: Wenn 10% der Schweizer Gärten mit einheimischen Stauden oder Blumen bepflanzt wären, dann würde der Effekt für die Biodiversität spürbar sein. Im Moment existieren nur 5% Naturgärten, das sind 5% zu wenig. Doch mit einem erneuten Aufbruch naturwärts scheint mir dieses Ziel erreichbar - wenn die privaten und die grösseren Immobilienbesitzer*innen umdenken. - Andreas Schild ist ein Pionier des Naturgartens. Er hat vor rund 40 Jahren mit Kolleg*innen einen Verein dafür gegründet und damit auch ein wenig an der grünen Branche gerüttelt. Im Juni 1996 haben er und seine Kolleg*innen gar auf dem Bundesplatz die Aktion „Aufbruch naturwärts“ durchgeführt, um die Parlamentarier*innen für das Absinken der Grundwasserspiegels zu sensibilisieren. In einer versiegelten Stadt gelangt der Regen nicht dorthin, wo er gebraucht wird, nämlich bis an die Wurzeln der Pflanzen. Die Naturgärtner*innen hatten auf dem Bundesplatz Kies aufgeschüttet, einheimische Stauden gepflanzt und Politiker*innen eine Wegwarte in die Hand gedrückt. Auch 26 Jahre danach gibt es noch viel zu tun und Denkmuster aufzubrechen. Andreas Schild ist Optimist, für ihn ist noch immer fünf vor Zwölfi.

Wald, Feld und Boden - kollektive Nutzung als Schweizer Spezialität

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Nun ja, man kann nicht einfach sagen: Wer hat’s erfunden? - Die Schweizerinnen und Schweizer. Aber die renommierte Nobelpreisträgerin Lina Ostrom  kam extra in unser Land, um die kollektive Gestaltung und Nutzung von Naturressourcen wie  Wald, Feld und Boden zu erforschen. Irgendetwas haben wir richtig gemacht. In der Schweiz besitzen Bürger- oder Burgergemeinden seit Jahrhunderten Wälder, Felder und Boden und „managen“ diese auch. Martin Stuber, der sich unter anderem auf Umweltgeschichte spezialisiert hat, erzählt, wie geschickt die Bürgergemeinden noch während des Ancien Régime und danach, nach der Helvetik und der Gründung der Schweiz, operiert haben. Sie regelten, wer welchen Zugang zu diesen Naturressourcen hatte. Die „Commons“ auf Englisch oder die Allmend, das Gemeingut auf Deutsch und ihre Bürgergemeinden haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Eine, die nach wie vor bewegt und inspiriert. - Diese Episode beschäftigt sich für einmal nicht direkt mit der Natur, sondern mit jenen Organisationen, die Teile davon verwaltet haben. Wir diskutieren Fragen wie: Sind die Bürgergemeinden eine Organisationsform mit Zukunftspotential? Wie können sie es mit der Klimajungend? Oder den aktuellen Herausforderungen der Energie-Transition oder des Klimawandels?

Chur ist anders

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Chur ist die älteste Stadt der Schweiz. Doch sie ist auch aus andern Gründen anders: Sie liegt auf rund 600 Metern, die eingemeindeten Orte Maladers oder Haldenstein sind schon bedeutend höher angesiedelt und der höchste Gipfel auf Stadtgebiet liegt auf 2805 Metern. Chur besitzt Wälder, aber auch Alpweiden und Maiensässe, nicht weit entfernt in Arosa. Auf Stadtgebiet leben mehr als 1000 Stück Vieh, Chur stellt seinen eigenen Käse her… Eine Alpenstadt ist notgedrungenermassen anders. Sie ist wegen der umliegenden Hänge schutzbedürftig. Die Wälder um sie herum erfüllen also eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Doch auch wenn Chur anders ist, sind viele Probleme dieselben wie in Schaffhausen, Luzern oder Solothurn. Es wird durch den Klimawandel wärmer und trockener. - In dieser Episode hören wir von Urs Tischhauser und Toni Jäger, dass die Bedürfnisse der Stadtnatur andere sind als diejenigen der Wälder; dass das Tempo des Klimawandels alle unter Druck setzt; dass die Verjüngung der Wälder auch wegen des Wildverbisses schwierig ist. Und dass es viel Wild im Wald hat, weil wir auch die Berge als Sport- und Tourismusdestinationen (über-)nutzen. Wie sagt man so schön: Es ist kompliziert.

Kleine Säugetiere - ein Leben am Limit

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Kleine Säugetiere gibt es fast überall in der Schweiz: insgesamt sind es 34 Arten. Das sind Mäuse, Schläfer, Maulwürfe oder Eichhörnchen… Doch ob auf dem Land, in Uferlandschaften oder im Siedlungsgebiet, sie fast unsichtbar. Der Experte Adrian Dietrich gibt unumwunden zu, dass er noch nie eine Haselmaus gesehen hat, obwohl sie mit ihren grossen Knopfaugen in fast jedem Kindertierbuch auftaucht. Man teilt die kleinen Säugetiere in Insekten- und die Nussfresser ein. Sie wiegen im allgemeinen nicht mehr als 200 g, oft auch weniger, wie die Etruskermaus mit 2 g. Und diese Tiere haben verschiedene „Super Powers“: einige schrumpfen für den Winterschlaf und wachsen im Frühling wieder, andere essen täglich so viel wie ihr eigenes Körpergewicht, und wieder andere schlafen selbst nachts nur wenig, weil sie stets auf Futtersuche sind… Was heisst es, am Limit zu leben?

Gärtnern als lokale Wertschöpfung

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Bis vor kurzem standen die zwei Gewächshäuser in Saas im Prättigau leer, schlimmer noch, sie waren zu Müllhalden verkommen. Dies bis der Unternehmer Hans-Martin Heierling in ihnen das Potential für die Lösung eines Problems erkannte: Eben waren wegen Corona Lieferketten ins Stottern geraten. Auf dem Land sei man, so Urs Beck, Gründer des SinnAteliers in Sargans, hellhöriger als in der lauten Stadt. Heierling erwarb die Gewächshäuser und begann Gemüse zu produzieren - für rund 40 Abonnenten und einen Bioladen in Davos. Es ging ihm nicht darum, viel Geld zu verdienen, sondern für Nahrungssicherheit zu sorgen, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu lernen und ein Exempel zu statuieren - für die Bevölkerung, für die Politik und die Wirtschaft (und die Honoratioren im nahen WEF). In Urs Beck fand er einen ideal Partner, mit seiner Hilfe soll das Leuchtturm-Projekt für alle Bildungsstufen zum Lernerlebnis werden.

Saatkrähen - die Stadt der Vögel

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Krähen und Raben gelten als intelligente Vögel. Wir kennen sie aus den Märchen, auch dort sind sie schlau, sind verwunschene Menschen und können sich unter bestimmten Bedingungen wieder zurückverwandeln. Krähen und Raben können polarisieren, besonders jene, die in den Städten leben. Obwohl sie ornithologisch in die Gruppe der Singvögel gehören, hat ihr „Kraaah“ oder „ Krah“ nicht auf alle Menschen die gleiche Wirkung wie etwa der melodiöse Gesang der Amsel. Dennoch sind Saatkrähen und Rabenkrähen gerne in der Stadt . Weshalb kann man in dieser Episode auch erfahren. Was hat es mit den Irritationen der Stadtbewohner und mit den Gerüchten über die Vögel auf sich? - In dieser Episode entwirft der Biologe und Primarlehrer Toni Fankhauser ein differenziertes Bild der Saatkrähen. Das sind jene rabenartigen Vögel, die einen hellen Schnabel haben und eher bläuliche Federn und die ihre Nester gerne hoch oben in Gruppen in den Platanen bauen. Aus Toni Fankhausers Erzählung entsteht das Bild einer Vogelart, die äusserst sozial interagiert, die fast schon wie in einer Stadt der Vögel lebt. Denn was sind Städte anderes als dichte gedrängte Gruppen von Wesen, die um eine gute Gemeinschaft ringen…

Urban Gardening für Anfänger*innen

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Als ich vor kurzem durch die Stadt spazierte, sah ich in einem Designer Markt eine schön gestaltete Kartonbox mit Saatgut… Was haben hier Samen zu suchen? fragte ich mich, aber ich dachte nicht weiter darüber nach. Einige Wochen später hörte ich von meiner Kollegin, dass eine Industriedesignerin eine Firma mit Namen Urban Roots. Ich lernte Scarlet Allenspach bei einem Interview in einem kleinen Laden im St. Johannquartier in Basel kennen. Mit ihrer Firma und einem Netzwerk von Kollegen und Mitarbeiterinnen will sie vor allem jene Menschen erreichen und unterstützen, die gärtnerisch noch ganz am Anfang stehen. Denn Balkone können je nach Ausrichtung und Besonnung ausser Geranien auch Oasen für allerlei Essbares werden. Und: Balkone haben gegenüber von Gärten gewisse Vorteile.

Mehr vertikale Gärten - jetzt!

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Wir kennen alle die romantisch durch Efeu oder Reben verwachsenen Schlösser oder Bauernhäuser auf dem Land. Vor rund 20 Jahren haben visionäre Botaniker wie Patrick Blanc in Paris oder später avangardistische Architekten wie Herzog & DeMeuron mit dem Caixa Forum in Madrid vertikales Grün auch in die Städte gebracht. Doch Grünfassaden in den Städten sind nicht nur ein ästhetisches Erlebnis oder ein Modetrend, sie bieten auch handfeste Vorteile für das Klima in der Stadt, für die Häuser selbst , für ihre Bewohner*innen und für die Biodiversität. - Mit dieser Episode bin ich mit Daniel Hauri, einem Spezialisten für vertikale Gärten in der Stadtgärtnerei Zürich unterwegs, wo vor einigen Jahren eine Freiluftausstellung eingerichtet wurde. Man kann vier verschiedene Systeme besichtigen, die alle leicht andere Vorteile haben.

Von Stubentigern und Streunern. Über die Sonnen- und Schattenseiten

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In der Schweiz leben rund 1.7 Mio. Katzen. Genau wissen wir dies nicht, diese Zahl ist eine Schätzung des Tierfutterhandels. Auch nicht präzise zu fassen, ist die Anzahl der Streunerkatzen, denn in der Schweiz müssen Katzen nicht registriert bzw. mit einem Chip versehen werden. Doch man nimmt an, es sind 300’000 Tiere. Während viele Halter*Innen ihre Haustiere hegen und pflegen, und ihre kranken Katzen zum Tierarzt bringen, sind die Streuner auf sich selbst gestellt, werden weder gefüttert noch kastriert. Eine ähnliche Disbalance herrscht im Tierschutzgesetz. Während es viele Artikel zum Schutz von Hunden darin gibt, gibt es zur Hauskatze gerade mal einen. - Zwei Spezialistinnen, die die oft schwierige Situation dieser Tiere kennen, sich für eine Verbesserung der Gesetzesgrundlagen engagieren oder Kastrationsprogamme zur Milderung des Katzenelends durchführen, erzählen in dieser Episode von ihren Erfahrungen und Wünschen. Und Carla, ein 13-jähriges Mädchen aus meinem Quartier, erzählt auch über die Sonnenseite ihres Lebens mit Katzen.

Das grüne Spital

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Spitäler verbrauchen viel Energie - Wärme und Elektrizität -, produzieren viel Abfall - Haushalts- und medizinische Sonderabfälle - und sie belegen viel Raum in einer Stadt. Notgedrungenermassen, denn Spitäler erbringen eine unverzichtbare Dienstleistung für die Gesellschaft. Dennoch darf und muss die Frage gestellt werden: Wie, liebe Spitäler, wie habt ihr es mit der Nachhaltigkeit? - Diese Frage ist für die Insel Gruppe AG in Bern nicht neu. Im Gegenteil, es gibt dort eine Fachstelle für Nachhaltigkeit, die eben das Klimaziel Netto Null für Treibhausgasemissionen bis 2035 in der Strategie des Spitals verankern konnte. Und es gibt einen Spitalgärtner, der viel daran setzt, dass die Insel so grün wie möglich ist und der Inselpark biodivers. - Für diese Folge habe ich mit Stefan Müller gesprochen: spannend, dass es gerade auf dem Inselareal eine Fledermauskolonie gibt, die nachts die dortigen Insekten vertilgt. Diese Tiere haben im Moment zu Unrecht nicht den besten Ruf. Und ich habe Sabine Mannes getroffen, die damals noch Co-Leiterin der Fachstelle war. Wir haben unter anderem über die Hebel für mehr Nachhaltigkeit auf dem Areal gesprochen.

Über diesen Podcast

Hallo, ich bin Claudia von „Die Natur und die Stadt“.

Dieser Podcast gibt der Natur in der Stadt durch die vielen Menschen, die sich um sie kümmern, eine Stimme. Wenn möglich, gehe ich mit meinen Interviewpartner*innen vor Ort und lasse sowohl begeisterte Hobbyist*innen wie auch Fachleute und Wissenschaftler*innen zu Wort kommen. Ich beleuchte mit ihnen vier zentrale Fragen:

1. Wie geht es der Natur in der Stadt - auf dem Hintergrund von Klimawandel und Schwund der Artenvielfalt?
2. Welche Ökosystemleistungen erbringt die Natur gegenüber der Stadt und ihren Menschen? Wie können etwa Natur-basierte Lösungen für die Folgen des Klimawandels genutzt werden?
3. Wie sieht eine zukunftsfähige Beziehung von Natur, Mensch und Stadt aus?
4. Was ist eine Grüne Stadt oder wie kann sie eine werden?

Ich gebe alle drei Wochen eine Newsletter raus. Schreibe regelmässig auch Blog-Beiträge auf natureandthecity.ch. Auf Social Media folgen: YouTube, Facebook, Instagram und LinkedIn.

Ab 2026 wird Die Natur und die Stadt auch als Videocast auf YouTube erhältlich sein. Bitte beachten: Die meisten Episoden sind auf Schweizerdeutsch!

Finanziert wird der Podcast im Moment durch mich. Die kommende Staffel 4 ab 2026 wird unterstützt durch Swisslos, die Christoph Merian Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, das IWB und meinen Eigenleistungen.

von und mit Claudia Acklin

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